Gemeinnütziger Verein für Muisne/Ecuador

Geschichte von Nueva Sonrisa e.V. 

Die Geschichte von Nueva Sonrisa e.V. begann im September 2006 als der Gründer und heutige 1. Vorsitzende Thomas Dircksen zu einem Freiwilligendienst nach Muisne (Ecuador) aufbrach. Durch Briefe an seine Freunde in Deutschland kam eine unglaubliche Hilfsbewegung für die Menschen auf Muisne in Gang. Nach mehrmonatigen Aufenthalten von Thomas, Viviane und Eva auf Muisne wurde der Entschluss gefasst den Verein zu gründen, um die Arbeit auf Muisne zu intensivieren. Nueva Sonrisa e.V. wurde am 29.05.2010 als gemeinnütziger Verein gegründet.

Einen der ersten Erfahrungsberichte aus dem Jahr 2006 von Thomas, der die Unterstützungsbemühungen in Deutschland ausgelöst hat, können Sie im Folgenden lesen:

Hola aus Muisne,

heute melde ich mich von meinem Projekt aus Muisne. Wir sind am Dienstag nach 9 stündiger Busfahrt, durch den Dschungel, am Meer entlang, hier in Muisne angekommen. Das Erste was uns erwartete, waren die Nachwirkungen vom Fest am Vortag. Hier sah alles sehr schlimm aus. Die Insel, das Haus und vor allem das Wetter sind aber einfach nur traumhaft. Direkt am Strand, schönes Haus, ok natürlich auf erheblich niedrigerem Niveau als in Quito oder bei uns. Ein Beispiel? In Quito wird überall mit warmem Wasser geworben. Hier ist warmes Wasser undenkbar, hier wird mit "permanentem“ Wasser geworben! Es ist echt eine große Umstellung, aber dennoch sehr schön. Vor allem haben wir schon manch witzige Situation erlebt. Vor allem wenn morgens jemand aus dem Nachbarhaus "basura" schreit, alle aufspringen und den Müll schnellst möglichst an die Straße bringen, da ein Müllwagen vorbeikommt (sehr unregelmäßig). Abends sitzen wir meist am Strand und entfachen noch ein Lagerfeuer  und sprechen mit den anderen Freiwilligen (sind zurzeit sieben in unserem Haus) über die Arbeit. Alles sehr entspannend. Aber nun zum Kontrast, zum Projekt:

2 Tage haben wir jetzt bereits im Projekt gearbeitet und ehrlich gesagt ist es sehr schrecklich alles mit anzusehen. Die Kinder haben weder Spielsachen, Toiletten, sauberes Wasser und alles ist dreckig. Das Schlimmste sind aber die Kindergärtnerinnen, die sich gar nicht um die Kinder kümmern. Egal, ob sie weinen, sich eingenässt haben (Windeln gibt es nicht): Es interessiert einfach nicht! Wirklich eine ganz schlimme Situation und man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Wir haben uns die ersten beiden Tage erstmal einen Überblick verschafft und versuchen nun nach und nach die Situation zu verbessern, wobei das bei auf stur schaltenden Kindergärtnerinnen schwierig ist. Die Kinder sind zwischen0-6 Jahre alt, einige gerade erst wenige Wochen alt. Es herrschen chaotische hygienische Bedingungen, viele Kinder haben einen aufgequollenen Bauch, Flöhe, Läuse und andere Krankheiten. Viele liegen auch den ganzen Tag einfach mit Fieber im Bett und kaum jemand kümmert sich um sie.

Die Leute vom Kolping haben versucht, einen kleinen Raum mit Duschen und einem Waschstein zu bauen, leider ging aber das Geld aus und so stehen noch die beiden Sachen noch unvollendet dort. Es fehlen lediglich 200$ um die Situation deutlich zu verbessern. Des Weiteren ist es mehr als notwendig eine Toilette, Spielsachen und vor allem Windeln für die Kleinsten anzuschaffen. Leider bekommt man hier vom Staat nichts und so beruht das alles auf unserer Arbeit!

Das Schönste ist wirklich, dass die Kinder einem sehr viel zurückgeben. Viele haben ein ständiges Lächeln auf den Lippen und das alles hilft ungemein bei der schwierigen Arbeit. Sie sind wirklich sehr dankbar für jede Minute, die wir mit Ihnen verbringen, aber es ist sehr schwer, da eben so viel fehlt.

Ich bin gerade noch sehr fertig von der anstrengenden, vor allem physischen Arbeit und schreibe die Tage mal mehr.

Ich hoffe mal, dass wir hier noch einiges verändern können, um die Situation im Kindergarten wenigstens einigermaßen erträglicher zu gestalten.

 

Viele Grüße nach Deutschland!

Thomas

 

Nach dieser Mail haben sich einige Freunde zusammengesetzt und an Möglichkeiten gearbeitet, wie man die Situation auf Muisne verbessern kann.

Dadurch konnten die ersten kleinen Projekte im Jahren 2006/2007 auf Muisne durchgeführt werden:

· Unterstützung der Fußballmannschaft beim Kauf von Trikot und Stutzen für einen regelmäßigen Spielbetrieb,

· Unterstützung beim Weltfrauentag zur Stärkung der Rechte der Frauen,

· Hilfe bei der monatlichen Zahlung der Miete für das auf der Insel installierte Frauenforum, als Rückzugs- und Veranstaltungsort für die Aktionen der Frauenbewegung auf Muisne,

· Unterstützung bedürftigen Familien mit Lebenswichtigem,

· Weihnachtsfeiern mit kleinen vitaminreichen Geschenken für die Kinder des Frauenforums und des Kindergartens,

· Durchführung von Aktionen am Weltkindertag.

 

Im Februar 2008 reiste Thomas Dircksen wieder nach Muisne, um sich die Situation auf Muisne und weitere Projekte in Gang zu setzen. Zum Stand der Dinge im Februar 2008 ist zu sagen, dass...

· die Kinderbetten sich großer Beliebtheit erfreuen, sehr stabil sind und die Kindergärtnerinnen sich kaum mehr ihre Arbeit ohne diese Betten vorstellen können. Des Weiteren berichteten die Kindergärtnerinnen, dass die Kinder weniger unter Rückenschmerzen leiden, was vorher auf Grund der durchgelegenen Pritschen der Fall war,

· das didaktische Spielmaterial bei der täglichen Arbeit genutzt wird und auch die Rückmeldungen von den Schulen dazu positiv sind, da viele Kinder bei der Einschulung schon Zahlenkenntnisse haben,

· die zusätzliche cabaña (Hütte) den Raummangel im Kindergarten zumindest mildern kann,

· die Aktionen des Frauenforums nun weiterhin regelmäßig stattfinden können, da für die Treffen ein Raum zur Verfügung steht.

 

 

Durch den ständigen Kontakt nach Muisne sollen auch weiterhin Aktionen für die Ärmsten der Armen durchgeführt werden.